HOTELS

Myanmars Hotelindustrie ist jung! Ich entsinne mich an meine erste Reise dorthin vor vierzig Jahren: damals gab es in Yangon ganze sieben Hotels, die für Ausländer zugelassen waren. Dort sagten sich Ratten und Kakerlaken gute Nacht und man tat gut daran, sein eigenes Moskitonetz und Insektenspray mitzubringen.

In Mandalay sah es eher schlechter aus, desgleichen in Bagan, wo es neben drei (!) Hotels noch zahlreiche Homestays gabe, für die selbst die geforderten drei Dollar noch überhöht schienen. 
Am Inle-See gab es gar keine Hotels, dessen Besucher mussten in Taunggyi übernachten. 
Zimmer mit Klimaanlagen waren die Ausnahme – was nicht besagt, dass diese dann auch funktionierte – und solche ohne Bad eher die Regel; selbst im Strand Hotel Yangon gab es Gemeinschafts-Badezimmer!

Alle anderen Destinationen – mit Ausnahme des nahe Yangon gelegenen Bago – waren für Ausländer gesperrt! Was nicht weiter schlimm war, denn der Aufenthalt im Lande war auf acht Tage

begrenzt, sodass die angebotenen Ziele mehr als ausreichend waren. Und an diesem Zustand änderte sich bis Mitte der 90er Jahre nur wenig!

Seitdem hat sich jedoch einiges getan! Heute gibt es Hunderte von Hotels im Lande, von absoluten Luxusherbergen bis zu einfachsten Hippie-Behausungen – obwohl man für drei Dollar heute wohl kaum noch eine Unterkunft bekommt.

Wir haben die von uns getesteten und (mindestens) als annehmbar eingestuften Hotels in drei (von uns selbst aufgestellte!) Kategorien eingeteilt: Luxus*****, 3-Sterne*** und Budget**.
Zwar schmücken sich viele Hotels hierzulande mit Sternen aber nach unserer Erfahrung gibt es keine allgemein gültige Einteilung. Die Kategorie wird offenbar – ebenso wie der Name des Etablissements – oft von Mönchen ausgewählt… Luxushotels in Myanmar bieten nicht unbedingt das, was man von einem Luxushotel in Bangkok – geschweige denn der Schweiz – als gegeben voraussetzt.

Was können Sie nun in den einzelnen Kategorien erwarten?

Luxushotels*****-****

Luxushotels*****-****, sind solche, die sich durch ganz besondere Eigenschaften auszeichnen. 
So bietet z. B. das Strand Hotel in Yangon nur Suiten, z. T. sogar mit Butler. Das ist Luxus, wenn es auch derzeit nicht mal einen Swimmingpool oder ein Gym dort gibt. Auch das Governor’s Residence in Yangon zählt in diese Kategorie – zumindest, was das Preisniveau angeht. Desgleichen fallen die großen Hotels in Yangon wie Shangri-La, Sedona und Melia in diese Kategorie, um nur einige zu nennen. 
Es gibt daneben einige Hotels, die ausgesprochene Luxuszimmer anbieten, deren Standard aber ansonsten nicht dem eines Luxushotels entspricht. In Bagan fallen Aureum und das Thirpyitsaya in die Kategorie Luxus. Das nicht weit von Bagan entfernte Popa Moutain Resort würden wir auch dort einstufen. In Mandalay würden wir das Rupa Mandalar, das Sedona (mit Abstrichen) und das Mandalay Hill Resort dazu zählen. Am Inle-See gibt es etliche davon, so z. B. das Inle Princess oder das Villa Inle.Myanmar verfügt derzeit über zwei Strandresorts am Golf von Bengalen. Das alteingesessene Ngapali und das neu entwickelte Ngwesaung. Hier gibt es etliche luxuriöse Resorts. Und damit hat es sich fast auch schon mit Luxushotels in Myanmar, wenn man einmal von solchen in abgelegenen Zielen wie z. B. Putao (Malikha Lodge) absieht.

3-Sterne-Hotels***

3-Sterne-Hotels*** bieten ordentlichen Standard, verfügen aber in der Regel nicht über einen Pool, zumal in den großen Städten. Anderenorts (z.B. in Bagan) verfügen sehr viele Hotels über einen Pool. Auch ein Restaurant ist nicht unbedingt vorauszusetzen.

Budget-Unterkünfte**

Budget-Unterkünfte** sind einfach, auch wenn ihre Websites gern ein anderes Bild vorspiegeln. Ein großes Problem, auch in den guten Hotels, sind Pflege und Instandhaltung. Was vor zwei Jahren noch ganz passabel aussah, mag heute total heruntergekommen sein.
Das hat sowohl praktische als auch ‚philosophische‘ Gründe. Zum einen nehmen Burmesen Dreck nicht in unserer Art und Weise wahr: was ist schon schlimm an ein paar Spinnweben? Oder wen stören schon Mäuse und Kakerlaken im Haus? Oder Müllhalden an romantischen Plätzen wie dem Inle-See? Burmesen sicherlich nicht, wie man allerorten feststellen kann. Das ist um so erstaunlicher, als die Bewohner dieses schönen Landes an sich selbst auf Reinlichkeit größten Wert legen. Schauen Sie nur die wie aus dem Ei gepellten Mädchen in ihren traditionellen Kostümen an!
Der zweite (‚philosophische‘) Grund liegt in der Lehre des Buddha begründet: ‚Alles was wird, muss auch vergehen!‘ lehrt der Erleuchtete und es ist einer der Grundpfeiler seiner Lehre! Das gilt halt auch für Hotels und manchmal kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die zuständigen Leute nicht gegen dieses ‚Naturgesetz‘ verstoßen wollen…